Mango-Dinner und Kindergarten

Liebe Blogfreunde,

 

schnell noch einen neuen Eintrag, bevor morgen ein paar spannende Wochen beginnen.

 

Hinter uns liegt ein sehr langes Wochenende, da es an der Schule von Donnerstag bis Montag mid-term-Ferien gab. Dementsprechend hieß das für uns, dass wir mittags nun kein Essen aus der Schulkantine bekommen würden. Also haben wir uns nach Alternativen umgeschaut und haben uns gegen Kochen entschieden. Da wir am Donnerstag alle große Lust auf Fufuo hatten, sind wir am Nachmittag in eine Chop Bar gegangen und haben uns eine Portion des leckeren Maniok-Kochbananen-Breis gegönnt. Und weil es so lecker war und wir nichts zu tun hatten, haben wir uns danach noch ein Bierchen in der Bar gegönnt. Es war ein richtig gemütlicher Nachmittag und es hat uns so gut gefallen, dass wir das am Freitag gleich wiederholt haben. Schon wurden wir herzlich von den Mitarbeiterinnen begrüßt und eine Frau hat mich auch direkt gefragt, ob ich sie nicht heiraten möchte. Tja, so schnell geht das hier… Auch am Montag waren wir wieder da um eine Runde Fufuo zu futtern und mittlerweile werden wir schon begrüßt wie langjährige Stammgäste. Ich weiß auch nicht, wie sie es schaffen uns nach ein paar Besuchen direkt wiederzuerkennen 🙂 Übrigens werde ich gleich wieder dort zu Mittag essen, da es an der Schule mittwochs Red-Red gibt, das ich aufgrund des dafür benutzten roten Palmöls leider nicht vertrage.

 

Am Wochenende ging zudem Sabrinas Geburtstag in die nun aber wirklich letzte Runde. Wir hatten ihr ja ein „perfektes Mango-Dinner“ zum Geburtstag geschenkt und das wollten wir Samstag zubereiten. Nachdem wir mittags auf dem Markt alles eingekauft hatten, ging es gegen 15 Uhr los mit den Vorbereitungen. Als Vorspeise sollte es eine Mango-Tomaten-Suppe mit Ingwer geben, als Hauptgang dann Mangoreis mit Hühnchen und Salat und zum Dessert ein Mangosorbet. Da unsere Kochutensilien sehr begrenzt sind und wir nur über zwei Gaskochplatten verfügen, wurde natürlich viel improvisiert. Zum Glück hat uns Fabis Gastmutter ihren Mixer ausgeliehen, der uns die Arbeit doch erheblich erleichtert hat. Ohne groß um den (Mango-) Brei herumzureden: es war sehr lecker! Doch noch mehr als das Essen habe ich das Kochen genossen. Endlich mal wieder „richtig“ in der Küche arbeiten und was leckeres zaubern, da freue ich mich jetzt auch wieder in Deutschland drauf. Da wir keine Rezepte hatten und auf gut Glück ausprobiert haben war das Dinner aber natürlich nicht perfekt. Die Suppe war doch ziemlich scharf und weniger Ingwer hätte es auch getan, aber die Suppe werde ich auf jeden Fall zu Hause noch mal Nachkochen. Der Mangoreis war zwar nicht besonders geschmacksintensiv, aber doch war es etwas anderes als man sonst bekommt. Der Nachtisch hingegen war der Knaller, da kann ich nicht anders als uns selbst loben. Einfach das Mangofleisch vom Kern lösen und in den Mixer und dann das Ganze ohne irgendwelche Zusätze in Tassen und ab ins Eisfach. Dann haben wir noch ein paar Melonenwürfel geschnitten und sie oben drauf gelegt und wieder ins Eisfach. Kurz vorm Dessert dann in den Kühlschrank, antauen lassen und fertig war das leckerste Mangoeis, das ihr euch vorstellen könnt. Einfach nur der pure, erfrischende Fruchtgeschmack. Das war wirklich der Hammer.

 

Der Sonntag war dann eher ereignisarm, jedenfalls bis zum späten Nachmittag. Da habe ich nämlich erfahren, dass mich auch noch meine liebe Freundin Jenni zu besuchen gedenkt! Da wir gemeinsam unsere Magisterarbeit geschrieben haben und auch danach oft zusammen für die Prüfungen gelernt haben, ist dies dann unser kleiner „Magisterurlaub“, den wir uns auch redlich verdient haben. Sie kommt pünktlich zum Ende des Schuljahres und wird Ghana zwei Tage vor Lisas Ankunft verlassen, so dass ich die letzten fünf Wochen quasi am Stück unterwegs bin und mir bestimmt nicht langweilig wird. Ich freu mich jetzt schon!

 

Montagabend haben wir uns dann mit Albert, dem Präsidenten des Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreises, getroffen. Er kommt aus Denkyemuoso, hat die Schule gegründet und ist wegen der Kindergarteneröffnung nun hier. Wir haben lange über alles Mögliche, hauptsächlich aber unsere Erfahrungen in Ghana, gequatscht. Dabei kam dann auch das Thema auf die doch vorhandenen Sprachprobleme. Hier gibt es sicherlich von beiden Seiten Verbesserungspotential. Die Deutschen sollen versuchen besser die lokale Sprache Twi zu lernen, während die Ghanaer mehr Englisch sprechen sollen um die Praktikanten mehr einzubeziehen. Hier muss ich auch ganz selbstkritisch gestehen, dass meine anfängliche Motivation die Sprache zu lernen dann doch schnell nachgelassen hat. Ein paar Wörter und die wichtigsten Phrasen beherrsche ich zwar, aber da ich die Sprache wahrscheinlich nicht wieder gebrauchen werde, habe ich dann auch rasch mit dem Lernen aufgehört. Das Problem ist aber auch, dass wir uns die Sprache quasi selber beibringen müssen, es gibt keinen Twi-Unterricht oder dergleichen. Lediglich Fabi spricht mittlerweile recht gut Twi, was vor allem daran liegt, dass er in einer ghanaischen Familie lebt. Von daher halte ich es auch für eine gute Idee, dass die kommenden Freiwilligengenerationen bei Einheimischen untergebracht werden sollen. So lernen sie nicht nur schneller und besser die Sprache, sondern lernen auch das Leben in Ghana viel besser kennen und die Integration wird deutlich vereinfacht.

Ansonsten ging es vor allem darum, wie wir uns fühlen, ob wir zufrieden sind und was uns an unseren jeweiligen Situationen gefällt und nicht gefällt und wie wir diese Sachen ändern können. Insgesamt ein dufter Abend und ich denke, dass sich Albert unsere Anliegen wirklich zu Herzen nimmt und wir somit auch zu Veränderungen beitragen können.

Natürlich ging es auch um das große Thema Kindergarteneröffnung, wobei sich Albert mit dem Stand der Vorbereitungen alles andere als zufrieden gezeigt hat. Die letzten Tage muss auf jeden Fall noch richtig rangeklotzt werden, damit am Donnerstag auch alles bereit ist. Und dass Albert hier ordentlich Druck macht wurde uns dann Dienstagvormittag klar, als ein Planierfahrzeug die doch ziemlich erodierte und kaum noch zu befahrene Lehmstraße an der Schule eingeebnet hat. Ich bin mal gespannt, ob da auch nach der KG-Eröffnung noch was passiert um die Situation langfristig zu verbessern. Wenn nämlich nichts gemacht wird, sieht es in ein paar Monaten wieder genauso aus wie vorher und das kann ja nicht Sinn der Sache sein.

 

So, das soll es auch schon gewesen sein. Morgen ist der große Tag dann endlich da, der neue Kindergarten wird feierlich eröffnet. Ich muss mich jedoch schon während der Zeremonie vom Acker machen, da für mich der Höhepunkt des Tages erst am Abend stattfindet, wenn ich Thomas am Flughafen in Accra abhole. Nach genau vier Monaten sehe ich zum ersten Mal wieder ein vertrautes Gesicht wieder, die Vorfreude kennt keine Grenzen 🙂 Nach einem Tag in Accra geht es dann Samstag nach Kumasi und von dort aus am Dienstag oder Mittwoch in Richtung Voltaregion. Und nach diesem Kurztrip stehen auch schon die letzten Wochen in der Schule an, wir werden zwei Wochen einen jungen Ingenieur bei uns haben und auch sonst wird sicherlich noch viel passieren. Ihr seht, die Zeit vergeht momentan rasend schnell und ich bin mir ziemlich sicher, dass die bis zu meinem Abflug verbleibenden 78 Tage sehr schnell verstreichen wird.

 

Macht es gut und bis die Tage,

Andreas

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